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Umweltschutz: Feinstaub kontra Cholesterin

Prof. Dr. Axel Haverich

Herzinfarkt und Schlaganfall durch Feinstaub!

Im Fokus der aktuellen Diskussion der Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide erscheinen die bereits im Jahr 2017 von Professor Dr. Axel Haverich, 65-jähriger Herzspezialist an der Medizinischen Hochschule Hannover und zugleich anerkannter Chirurg und Forscher, veröffentlichten Forschungsergebnisse zur Arterienverkalkung und Herz-Kreislauferkrankungen besonders beachtenswert.

MHH-Professor Haverich: Nicht Fette aus dem Blut, sondern Versorgungsstörungen der Arterienwand führen zu Ablagerungen in der Gefäßinnenwand und lösen Arterienverkalkung aus

Das Anzweifeln der geltenden Grenzwerte während der aktuellen politischen Diskussion für Feinstaub durch einige Lungenfachärzte hält Haverich für grob fahrlässig. Es gäbe weltweit viele Untersuchungen zu Feinstaubbelastung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Auswirkungen auf die Lunge sind möglicherweise nicht so gravierend wie auf das Herz-Kreislauf-System. Aber dennoch sind auch die Zusammenhänge zwischen Feinstaub und Lungenerkrankungen sehr gut belegt.

Gerade für Feinstäube unter 2,5 Mikrometer Partikelgröße, genannt PM 2,5, sind die Auswirkungen auf die Gesundheit aus Ballungszentren in Asien bekannt. Kurzfristig löst Feinstaub akute Komplikationen aus. Man weiß aus Megastädten in China, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der am Tag zu erwartenden Feinstaubbelastung und der voraussichtlichen Zahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen gibt. Eine andere Studie berichtet aus Japan, dass dort bei bestimmten Wetterlagen Smogwolken aus China herantreiben. In den zwei darauf folgenden Tagen steigt die Rate der akuten Infarkte.


Prof. Axel Haverich erklärt Infektionen zum Auslöser von verstopften Arterien.

Betroffen von Arteriosklerose sind nach Haverichs Beobachtung Blutgefäße, die selbst zu ihrer eigenen Versorgung an ihrer Außenwand eigene, winzig kleine Blutgefäße haben. Diese Minigefäße, in der Fachsprache Vasa vasorum, liefern Sauerstoff und Nährstoffe an. Da sie sehr fein sind, können Viren, Bakterien oder auch Feinstaub in ihnen viel leichter Entzündungen hervorrufen. Verschließt sich das kleine Versorgungsgefäß, stirbt ein Teil der Arterienwand ab. Toter Zellmüll führt zur Verdickung der Arterie. Bei der Mehrzahl der operierten Patienten hatten sich bei der Entfernung der krankhaften Ablagerungen an den Blutgefäßen Feinstaubpartikel gefunden, die die Annahme gestützt haben, dass sie die Arterienverkalkung ausgelöst hatten.

Betroffen von Arteriosklerose sind nach Haverichs Beobachtung Blutgefäße, die selbst zu ihrer eigenen Versorgung an ihrer Außenwand eigene, winzig kleine Blutgefäße haben.
Auch Arterien benötigen eine eigene Versorgung ihrer Gefäßwand mit Sauerstoff und Nährstoffen. Hierzu bilden sich bei Kindern im Laufe des Körperwachstums eigene, winzig kleine Versorgungsblutgefäße in der Außenwand der Arterie, die sogenannten Vasa vasorum.
Verschließen sich diese Vasa vasorum, sterben Zellen vor allem in der mittleren Wandschicht ab: Es kommt zu einem Infarkt der Arterienwand. Häufigster Auslöser solcher Verschlüsse der Vasa vasorum sind Entzündungsreaktionen, die durch Viren, Bakterien und Feinstaub entstehen, aber auch durch schädliche Fettpartikel (oxidiertes LDL-Cholesterin). Seltener kommen nervale oder traumatische Ursachen vor.
Verschließen sich diese Vasa vasorum, sterben Zellen vor allem in der mittleren Wandschicht ab: Es kommt zu einem Infarkt der Arterienwand. Häufigster Auslöser solcher Verschlüsse der Vasa vasorum sind Entzündungsreaktionen, die durch Viren, Bakterien und Feinstaub entstehen, aber auch durch schädliche Fettpartikel (oxidiertes LDL-Cholesterin). Seltener kommen nervale oder traumatische Ursachen vor.
Die abgestorbenen Zellen einschließlich der Fettreste werden nun vom Immunsystem abgebaut. Durch die Reparaturprozesse des Immunsystems entstehen dort „Zellabfälle“, die sogenannten Plaques, die zu einer Verdickung der Arterieninnenwand führen und schließlich einen Verschluss des Muttergefäßes herbeiführen können.
Die abgestorbenen Zellen einschließlich der Fettreste werden nun vom Immunsystem abgebaut. Durch die Reparaturprozesse des Immunsystems entstehen dort „Zellabfälle“, die sogenannten Plaques, die zu einer Verdickung der Arterieninnenwand führen und schließlich einen Verschluss des Muttergefäßes herbeiführen können.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zählen mit zu den häufigsten Erkrankungen mit Todesfolge, deutschlandweit und international. 40% der Todesfälle sind hierzulande auf kardiovaskuläre Probleme zurückzuführen.  

Dass Herzinfarkte und Entzündungen einen engen Zusammenhang haben, ist schon länger bekannt. Doch das Warum fehlte. Herzspezialist Axel Haverich hat aus jahrelanger Arbeit eine Theorie entwickelt, die Arteriosklerose vollkommen neu erklärt. 

Wie entsteht Arteriosklerose? Die seit Jahrzehnten vertretene Lehrmeinung geht von einer „Verkalkung” der Arterien wie zum Beispiel der Herzkranzgefäße aus, weil sich Fette aus dem Blut an der Innenwand der Blutgefäße anlagern. Als Reaktion des Immunsystems bildet sich dort die sogenannte Plaque, die mit der Zeit das Gefäß verstopfen kann. Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Folgen. Professor Dr. Axel Haverich hat eine ganz andere Theorie: Die Fettablagerungen kommen nicht aus dem Blut, sondern sind vielmehr Überreste abgestorbener Zellen der Gefäßwand. Aufgrund jahrelanger Beobachtungen während Herz- und Gefäßoperationen und aufgrund von Erkenntnissen, die er dank intensiver Nachforschungen gewonnen hat, stellt Professor Haverich nun eine neue Theorie zur Ursache der Arteriosklerose vor, die der bisherigen Meinung widerspricht.

Cholesterinsenkende Medikamente seien weiter für Kranke sinnvoll, die an einer Fettstoffwechselstörung leiden, sagt Haverich. Das sind allerdings nur rund 5 Prozent der Infarktpatienten. „Bei vielen anderen sollte man die Therapie wirklich überdenken“, urteilt der Forscher, der vergangenes Jahr von der britischen Königin einen Innovationspreis erhielt und dabei die Ehre hatte, mit der Queen zu plaudern.

Die Lockerung von Grenzwerten ist vor dem Hintergrund der vielen Untersuchungen zum Thema nicht zu verantworten!

Vorbeugend zur Risikosenkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen rät Haverich zu Sport und viel Bewegung, was auch die Mikrozirkulation trainiert. Sport hält die kleinen Blutgefäße am Laufen, das wirkt gegen Entzündungen. Auch mediterrane Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist hilfreich. Ausreichender Schlaf ist für das Herz-Kreislauf-System sehr wichtig. Infektionen sind möglichst vorbeugend zu vermeiden; Entzündungen im Körper systematisch zu bekämpfen. Und an Grippeschutzimpfungen ist regelmäßige Teilnahme empfehlenswert.

Quelle: MHH Link

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